Aus­ga­be 3/2021 – DAC7: “Digi­ta­le Lei­ne” für die Plattformwirtschaft

REthinking Tax Ausgabe 3/2021 - Tax Compliance im digitalen ÖkosystemAuch als PDF erhält­lich – Aus­ga­be 3/2021 jetzt bestellen »

    Häu­fig gestell­te Fragen 



    Edi­to­ri­al

    Der Daten­hun­ger der Fisci und deren Finanz­ver­wal­tun­gen scheint uner­sätt­lich. Kaum sind die Vor­ga­ben von DAC 6 halb­wegs ver­daut, wird bereits DAC 7 auf den Weg gebracht. Dies­mal sind es die Betrei­ber gro­ßer Platt­for­men, wel­che der Fis­kus stär­ker an die Digi­ta­le Lei­ne neh­men möch­te. Dass sich damit auch zugleich die Grund­la­gen für eine künf­ti­ge Digi­tal­steu­er schaf­fen las­sen, gibt dem The­ma zusätz­li­che Bri­sanz. Dazu schie­ßen über­all in Euro­pa immer mehr Clearan­ce- und Tax-Repor­ting-Sys­te­me wie Pil­ze aus dem Boden, alle­samt mit der Ziel­set­zung, dem Steu­er­be­trug den Gar­aus zu machen. So ver­ständ­lich das Ansin­nen des Staa­tes ist, Steu­er­sub­strat zu sichern, so sehr darf dies die steu­er­ehr­li­chen Unter­neh­men nicht über Gebühr belas­ten. Das der­zeit extrems­te Bei­spiel ist wohl Grie­chen­land. So for­dert der grie­chi­sche Steu­er­ge­setz­ge­ber ab 1. Juli die­ses Jah­res eine kom­plet­te „Spie­gel-Buch­hal­tung“. Dem­nach sind nicht nur Rech­nungs­da­ten zu über­mit­teln, weit gefehlt. Der Fis­kus ver­langt viel­mehr die elek­tro­ni­sche „Ein­rei­chung“ der kom­plet­ten Gewinn- und Ver­lust­rech­nung und dies nahe­zu in Echt­zeit. Wie das grie­chi­sche Bei­spiel zeigt, ist die­se Ent­wick­lung kaum mehr auf­zu­hal­ten. Bei der Wirt­schaft ruft dies jedoch mehr und mehr Schre­ckens­bil­der und Aver­sio­nen her­vor. So steht zu befürch­ten, dass die Finanz­ver­wal­tung steu­er­li­che Ver­feh­lun­gen künf­tig weit­aus frü­her erkennt, als die Unter­neh­men über­haupt selbst in der Lage sind, Feh­ler zu erken­nen, um die­se noch recht­zei­tig zu berich­ti­gen. Wohin dies am Ende füh­ren kann, ahnen wir alle … Den­noch ist jede funk­tio­nie­ren­de demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung, bestehend aus Legis­la­ti­ve, Exe­ku­ti­ve und Juris­dik­ti­on, auch stets ein Mit­ein­an­der von Wirt­schaft, Steu­er­ge­setz­ge­ber und Finanz­ver­wal­tung. So soll­te – im Sin­ne eines wert­schät­zen­den Mit­ein­an­ders – die Finanz­ver­wal­tung die sich aus der Digi­ta­li­sie­rung erge­ben­den Mehr­wer­te gezielt nut­zen und die Wirt­schaft dar­an teil­ha­ben las­sen. Ob Erleich­te­run­gen bei den Dekla­ra­ti­ons­pflich­ten, ein ein­heit­li­ches Rech­nungs­for­mat oder der Abbau von umsatz­steu­er­li­chen Büro­kra­tis­men, die Maß­nah­men sind viel­fäl­tig. Wie resü­miert einer der Autoren die­ser Aus­ga­be der REthin­king Tax doch tref­fend: „Die Unter­neh­men wie die Finanz­ver­wal­tung sind auf einer Rei­se, die auf­grund des rasan­ten tech­no­lo­gi­schen Wan­dels eine nur schwer vor­her­seh­ba­re Dyna­mik besitzt.“ Ste­fan Groß


    Tech­no­lo­gy & Innovation
    Steu­er­nach­zah­lung ver­mei­den – Aus­lands­sach­ver­hal­te iden­ti­fi­zie­ren und rich­tig dokumentieren
    Tobi­as Pol­ka / Paul Liese
    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 4 ‑ 6, RET1366645

    Der Neue ist in der Stadt
    Tho­mas Hoppe
    7, RET1366649

    Data Ana­ly­tics im Ertragsteuer-Bereich
    Jann-Lui­ken Pop­kes / Hei­ko Schäfer

    Vie­le Schlag­wör­ter beherr­schen die Digi­ta­li­sie­rung der Steu­er­funk­ti­on, so auch Data Ana­ly­tics. Doch wor­um geht es hier und vor allem, wie setzt man als Steu­er­funk­ti­on bei die­sem The­ma sinn­voll an, wie kann man sich Data Ana­ly­tics leicht nutz­bar machen? Daten gibt es im Finanz- und Steu­er­be­reich zuhauf. Doch wäh­rend im Bereich der Ver­kehr- und Ver­brauch­steu­ern Daten­ana­ly­sen etwa zur Suche von Feh­lern oder Ano­ma­lien mitt­ler­wei­le zum All­tag gehö­ren, wer­den moder­ne tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten im Bereich der Ertrag­steu­ern noch sehr zag­haft genutzt. Die Daten­struk­tur und inhalt­li­chen Zusam­men­hän­ge sind hier anders gear­tet und bedür­fen viel­fach noch der mensch­li­chen Beur­tei­lung. Dabei sind die­se Daten­be­stän­de eine prä­de­sti­nier­te Grund­la­ge für eine gan­ze Rei­he von Ana­ly­sen und wert­schöp­fen­den Infor­ma­tio­nen, die für alle Auf­ga­ben der Steu­er­funk­ti­on kon­se­quent genutzt wer­den sollten. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 8 ‑ 13, RET1366652

    Natu­ral Lan­guage Pro­ces­sing „from scratch” am Bei­spiel der Kom­men­ta­re zum Uni­fied Approach der OECD
    Tom Rueß

    Natu­ral Lan­guage Pro­ces­sing, kurz „NLP“, ist als Teil­be­reich der Künst­li­chen Intel­li­genz in aller Mun­de. Die Chan­cen die­ser Tech­no­lo­gie für die Steu­er­funk­ti­on, den Berufs­stand und die Finanz­ver­wal­tung wer­den in der Lite­ra­tur kon­tro­vers dis­ku­tiert. Unbe­ant­wor­tet bleibt jedoch zumeist, wie man Natu­ral Lan­guage Pro­ces­sing kon­kret im steu­er­li­chen Kon­text ein­set­zen kann. Zur Illus­tra­ti­on des dis­rup­ti­ven Poten­zi­als von NLP soll nach­fol­gend erör­tert wer­den, ob und falls ja, wie Natu­ral Lan­guage Pro­ces­sing „from scratch“, also von Grund auf, durch Akteu­re im Steu­er­um­feld ein­ge­setzt wer­den kann. Als aktu­el­les Bei­spiel für eine mög­li­che prak­ti­sche Umset­zung sol­len dabei die Kom­men­ta­re zum Vor­schlag des Uni­fied Approach der OECD die­nen (die ein­ge­reich­ten Kom­men­ta­re kön­nen auf der Web­sei­te der OECD her­un­ter­ge­la­den wer­den, sie­he http://​hbfm​.link/​1​0​206).

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 14 ‑ 17, RET1366654

    Tech­ni­sche Kom­po­nen­ten eines digi­ta­len Assis­ten­ten und ihre IT-Ökologie
    Chris­toph Schnei­der / Iuli­ia Tumanova
    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 18 ‑ 23, RET1366659

    Digi­ta­li­sie­rung der Ver­rech­nungs­preis­do­ku­men­ta­ti­on mit­tels der Blockchain-Technologie
    Vere­na Drum­mer / StB Dr. Mat­thi­as Gries / Juli­an Stettner

    Die Erfül­lung von Com­pli­an­ce-Anfor­de­run­gen ist bei ste­tig wach­sen­der Kom­ple­xi­tät moder­ner Geschäfts­mo­del­le zuneh­mend abhän­gig von unter­neh­mens­in­ter­nen Infor­ma­ti­ons­sys­te­men. Ein wesent­li­cher Bestand­teil der Ver­rech­nungs­preis-Com­pli­an­ce ist die Doku­men­ta­ti­on und Auf­be­rei­tung der Akti­vi­tä­ten im Unter­neh­mens­ver­bund. Für Ver­rech­nungs­preis­zwe­cke wer­den die­se Anfor­de­run­gen durch stan­dar­di­sier­te ERP-Sys­te­me in der Pra­xis meist nur unzu­rei­chend abge­deckt, wes­halb par­al­lel zum ERP-Sys­tem sepa­ra­te Regis­ter zu füh­ren sind. Zur Sen­kung des damit ein­her­ge­hen­den Büro­kra­tie­auf­wands wird im Fol­gen­den ein Ansatz zur Inte­gra­ti­on eines Block­chain-basier­ten Ver­rech­nungs­preis-Com­pli­an­ce-Manage­ment-Sys­tems dargestellt. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 24 ‑ 31, RET1366662


    Stra­te­gy & Transformation

    Law & Administration
    Die digi­ta­le Betriebs­prü­fung im Jahr 2021 – mit dem digi­ta­len Daten­ab­druck zur Anomalieerkennung
    Gre­gor Danielmeyer
    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 39 ‑ 45, RET1366674

    Steu­er­li­che Risi­ken von Home­of­fice und Remo­te-Work wäh­rend und nach Covid-19 im inter­na­tio­na­len Kontext
    Dr. Katha­ri­na Heusinger
    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 46 ‑ 50, RET1366678

    Steu­er­li­ches „Mas­sen­da­ten-Repor­ting“ – Ein Blick ins Ausland
    Alex­an­der Kollmann

    Bei der Digi­ta­li­sie­rung des Reportings steu­er­li­cher Mas­sen­da­ten ist Deutsch­land im Ver­gleich zu sei­nen euro­päi­schen Nach­bar­län­dern eher Schluss­licht. Die­se Schieflage
    wird sich wei­ter ver­stär­ken, haben in den letz­ten Mona­ten doch wei­te­re Län­der ange­kün­digt, das klein­tei­li­ge digi­ta­le Repor­ting wei­ter aus­zu­bau­en. Ent­spre­chend sind aus­län­di­sche Toch­ter­un­ter­neh­men bereits heu­te viel­fach gezwun­gen, sich wesent­lich inten­si­ver mit der Gestal­tung die­ser Mel­de­pro­zes­se und etwa der ver­pflich­ten­den elek­tro­ni­schen Rech­nungs­stel­lung zu beschäf­ti­gen als das deut­sche Mut­ter­un­ter­neh­men aus eige­ner Erfah­rung und Notwendigkeit. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 51 ‑ 59, RET1366680

    Das Kas­senG auf dem Prüf­stand: Sind die Maß­nah­men des Gesetz­ge­bers wirk­sam gegen Manipulationen?
    Vik­tor Rebant

    Das Gesetz zum Schutz vor Mani­pu­la­tio­nen an digi­ta­len Grund­auf­zeich­nun­gen (sog. Kas­senG) sieht ver­schie­de­ne orga­ni­sa­to­ri­sche wie auch tech­ni­sche Maß­nah­men vor, die den Umsatz­ver­kür­zun­gen mit­tels moder­ner Kas­sen­sys­te­me den Kampf ansa­gen sol­len. Doch sind die aus­ge­wähl­ten Maß­nah­men des Gesetz­ge­bers wirk­sam gegen Mani­pu­la­tio­nen? Oder bestehen wei­ter­hin Lücken? Der nach­fol­gen­de Bei­trag beschäf­tigt sich pri­mär mit dem Risi­ko­be­reich Kas­se und den popu­lärs­ten Mani­pu­la­ti­ons­tech­ni­ken. Dazu wer­den die Maß­nah­men des Gesetz­ge­bers unter dem Aspekt der Risi­ko­be­gren­zung und dem zeit­ge­mä­ßen Umgang mit Daten zusam­men­ge­fasst, beur­teilt und Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le aufgezeigt. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 61 ‑ 70, RET1366685

    DAC 7 soll die digi­ta­le Platt­form­wirt­schaft an die „Lei­ne des Fis­kus“ nehmen
    Lilith Schie­weg / Johan­nes Grajcarek

    Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on und die Mit­glied­staa­ten der Uni­on haben ein Auge auf digi­ta­le Platt­for­men gewor­fen. So soll ins­be­son­de­re sicher­ge­stellt wer­den, dass die dort durch­ge­führ­ten Geschäf­te von den Anbie­tern kor­rekt ver­steu­ert wer­den. Das Mit­tel der Wahl: Mel­de­pflich­ten für die Platt­form­be­trei­ber, kurz DAC 7. Nun ist der ent­spre­chen­de Ent­wurf vom Rat am 22.03.2021 ange­nom­men wor­den. Damit ist die Richt­li­nie bis zum 31.12.2022 in den Mit­glied­staa­ten in natio­na­les Recht umzu­set­zen und die Mel­de­pflich­ten sind ab 01.02.2023 zu erfüllen. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 71 ‑ 74, RET1366687

    Anzei­ge­pflicht für Steu­er­ge­stal­tun­gen – Klar­heit durch das Anwen­dungs­schrei­ben vom 29.03.2021?
    Chris­ti­an Schiessl / Roman Pfundmeier

    Am 29.03.2021 ver­öf­fent­lich­te das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen (BMF) das lang erwar­te­te Schrei­ben zur Anwen­dung der Vor­schrif­ten über die Pflicht zur Mit­tei­lung grenz­über­schrei­ten­der Steu­er­ge­stal­tun­gen. Im Rah­men die­ses Bei­trags soll unter­sucht wer­den, inwie­weit die­ses die (hohen) Erwar­tun­gen von Rechts­an­wen­dern erfül­len kann. 

    RET vom 26.5.2021, Heft 03, Sei­te 75 ‑ 80, RET1366691


    Chan­ge & Skills