• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Zur Steuerbegünstigung gem. § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG

07.10.2022

Zur Steuerbegünstigung gem. § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG

Kritik am Initiativbericht der Pandora Papers

© PhotographyByMK/fotolia.com

Eine Steuerbegünstigung gem. § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG kommt auch dann in Betracht, wenn ein Verein (Subunternehmer-)Leistungen im Rahmen eines Zweckbetriebs erbringt, die sich lediglich mittelbar beim begünstigten Personenkreis niederschlagen.

Im Streitfall hatte ein Verein geklagt, der nach seiner Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt (§§ 51–68 AO). In den Streitjahren führte er u.a. Transporte von Blut und Gewebeproben zwischen Arztpraxen/Krankenhäusern auf der einen Seite und Laboren auf der anderen Seite durch. Vertragliche Beziehungen bestanden dabei lediglich zwischen dem Kläger und den Krankenhäusern, Ärzten bzw. den Laboren. Zu den Patientinnen und Patienten, deren Proben der Kläger transportierte, bestanden keine Vertragsbeziehungen. Das Finanzamt lehnte eine Steuerbegünstigung dieser Leistungen nach § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG ab.

Finanzamt versagt Steuerbegünstigung

Die Leistungen hat der Kläger im Rahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs erbracht, der kein Zweckbetrieb i.S.d. § 66 AO sei. Die Leistungen kämen im Streitfall nämlich nicht unmittelbar dem begünstigten Personenkreis (Verletzte, Kranke und Behinderte) zugute, sondern seien gegenüber Dritten (Krankenhäusern/Laboren/Ärzten) erbracht worden.

Auch reine Subunternehmerleistungen können begünstigt sein

Das Finanzgericht Schleswig-Holstein ließ das jedoch ausreichen (Urteil vom 28.06.2022 – 4 K 96/19). In Fortentwicklung einer etwas großzügigeren Rechtsprechung des BFH zu § 66 AO entschied das FG, dass die auf die Linderung der Hilfsbedürftigkeit gerichteten Leistungen einer Körperschaft den hilfsbedürftigen Personen bereits dann „zugutekommen“, wenn die konkreten Leistungen bei der betroffenen Person – sei es auch ohne Vertragsverhältnis und ohne faktischen Kontakt zwischen Person und Leistungserbringer – ihren Niederschlag finden, weil sie notwendiger Bestandteil einer erforderlichen Gesamtbehandlung sind. Auch reine Subunternehmerleistungen könnten daher unter § 66 AO fallen und damit in den Genuss der Steuerbegünstigung nach § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG kommen.

Die Revision gegen das Urteil ist beim BFH unter dem Aktenzeichen V R 14/22 anhängig.


FG Schleswig-Holstein vom 30.09.2022 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

Weitere Meldungen


Gewerbesteuer
Meldung

©magele-picture/fotolia.com

13.06.2024

Auskunft zur digitalen Gewerbesteuer

Die Last der Bürokratie für Unternehmen in Deutschland ist enorm hoch. Dennoch sind keine Veränderungen bei der Gewerbesteuer geplant.

Auskunft zur digitalen Gewerbesteuer
Hacker, Cybersecurity, Cybercrime, Cyberkriminalität
Meldung, Wirtschaftsrecht

©beebright/fotolia.com

03.06.2024

Schäden durch Cyber-Angriffe nehmen zu

Die deutlich angestiegenen Cyber-Attacken belasten eine Vielzahl der betroffenen Unternehmen finanziell stärker als in den Vorjahren.

Schäden durch Cyber-Angriffe nehmen zu
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

23.05.2024

Grünes Licht für KI-Gesetz

Der Rat der EU hat endgültig grünes Licht für das sog. KI-Gesetz gegeben. Es ist das erste seiner Art weltweit und kann einen globalen Standard für die KI-Regulierung setzen.

Grünes Licht für KI-Gesetz

Haben wir Ihr Interesse für REthinking Tax geweckt?

Sichern Sie sich das REthinking Finance Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank