02.08.2022

Neues zum Jahressteuergesetz 2022 (JStG 2022)

Kritik am Initiativbericht der Pandora Papers

©Marco2811/fotolia.com

Am 28.07.2022 hat das BMF einen Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2022 veröffentlicht.

In verschiedenen Bereichen des deutschen Steuerrechts hat sich fachlich notwendiger Gesetzgebungsbedarf ergeben. Dies betrifft insbesondere notwendige Anpassungen an EU-Recht und EuGH-Rechtsprechung sowie Reaktionen auf Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Darüber besteht ein Erfordernis zur Umsetzung eines unvermeidlich entstandenen technischen Regelungsbedarfs. Hierzu gehören Verfahrens- und Zuständigkeitsfragen, Folgeänderungen, Anpassungen aufgrund von vorangegangenen Gesetzesänderungen und Fehlerkorrekturen. Dies soll das Jahressteuergesetz 2022 beheben.

Maßnahmen im Jahressteuergesetz 2022

Schaffung einer Rechtsgrundlage zum Aufbau eines direkten Auszahlungsweges für öffentliche Leistungen unter Nutzung der steuerlichen Identifikationsnummer, § 139b AO

weitgehende Abschaffung Registerfälle für die Zukunft und rückwirkende Abschaffung Registerfälle für Drittlizenzen (Ausnahme: § 10 Steueroasen-Abwehrgesetz (StAbwG)), § 49 EStG

Aufhebung der Begrenzung des Spitzensteuersatzes auf 42 % für die Gewinneinkünfte des Jahres 2007 zur Umsetzung der Vorgaben des BVerfG-Beschlusses 2 BvL 1/13, § 32c EStG

Anhebung des linearen AfA-Satzes für die Abschreibung von Wohngebäuden auf 3 %, § 7 Absatz 4 EStG

vollständiger Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen ab 2023, § 10 Absatz 3 EStG

Erhöhung des Sparer-Pauschbetrags, § 20 Absatz 9 EStG

Anhebung des Ausbildungsfreibetrags, § 33a EStG

Steuerfreistellung des Grundrentenzuschlages

Vollendung der Familienkassenreform, § 72 EStG, § 5 Finanzverwaltungsgesetz (FVG)

Verfahrensverbesserungen bei der Riester-Förderung

Anpassung der Vorschriften der Grundbesitzbewertung nach dem Sechsten Abschnitt des Zweiten Teils des Bewertungsgesetzes an die Immobilienwertermittlungsverordnung vom 14.07.2021

Maßnahmen im Bereich der Umsatzsteuer

Schaffung einer nationalen Vorschrift zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2020/284 des Rates vom 18.02.2020 zur Änderung der Richtlinie 2006/112/EG im Hinblick auf die Einführung bestimmter Anforderungen für Zahlungsdienstleister

Umsetzung der Verpflichtung zur elektronischen Bereitstellung über Verwaltungsportale nach dem Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz – OZG) vom 14.08.2017 (Bundesgesetzblatt Teil 1 (BGBl. I) Seite 3122, 3138)

Zudem wird weiterem fachlich gebotenem Regelungsbedarf im Steuerrecht nachgekommen. Dazu gehören insbesondere die Klarstellung von Zweifelsfragen sowie Folgeänderungen, Fehlerkorrekturen und sonstiger redaktioneller Änderungsbedarf.

Den Referentenentwurf finden Sie hier.


BMF vom 28.07.2022 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

Weitere Meldungen


Gewerbesteuer
Meldung

©magele-picture/fotolia.com

13.06.2024

Auskunft zur digitalen Gewerbesteuer

Die Last der Bürokratie für Unternehmen in Deutschland ist enorm hoch. Dennoch sind keine Veränderungen bei der Gewerbesteuer geplant.

Auskunft zur digitalen Gewerbesteuer
Hacker, Cybersecurity, Cybercrime, Cyberkriminalität
Meldung, Wirtschaftsrecht

©beebright/fotolia.com

03.06.2024

Schäden durch Cyber-Angriffe nehmen zu

Die deutlich angestiegenen Cyber-Attacken belasten eine Vielzahl der betroffenen Unternehmen finanziell stärker als in den Vorjahren.

Schäden durch Cyber-Angriffe nehmen zu
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

23.05.2024

Grünes Licht für KI-Gesetz

Der Rat der EU hat endgültig grünes Licht für das sog. KI-Gesetz gegeben. Es ist das erste seiner Art weltweit und kann einen globalen Standard für die KI-Regulierung setzen.

Grünes Licht für KI-Gesetz

Haben wir Ihr Interesse für REthinking Tax geweckt?

Sichern Sie sich das REthinking Finance Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank